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Körperdoubles und Bewusstsein. Ein Zwischenruf zum Thema Klonen

Connection - Buddhismus Special: Körperbewusstsein und Gesundheit - Nr. 1/2005

Körperdoubles und Bewusstsein. Ein Zwischenruf zum Thema Klonen

Ist der lang ersehnte Traum vom ewigen Leben durch Klonen in Sichtweite gekommen? Kann ich mit identischen Kopien meiner selbst dem Tod ein Schnippchen schlagen? Alfred Weil hat die neuen gentechnischen Möglichkeiten unter die buddhistische Lupe genommen. Er ist vor allem auch der Frage nachgegangen, was denn mit dem Bewusstsein beim genetischen Reproduzieren eines Körpers passiert – und hat Antworten beim Buddha selbst gefunden.

Dolly und die Revolution

Glaubt man einigen Biologen und Zeitgeistbeobachtern, hat 1996 ein neues Zeitalter begonnen. Das Klonschaf Dolly hat es eingeläutet. Zum ersten Mal gelang es Forschern, aus zwei Zellen eines lebenden Tieres (einer entkernten Eizelle und dem Kern einer Körperzelle) ein anderes, erbgleiches Lebewesen entstehen zu lassen. Und sofort bekam eine faszinierende Vorstellung neuen Auftrieb: der Mensch als Schöpfer von Leben. Von menschlichem Leben nach eigenem Gutdünken und Wünschen gar? Im Februar 2004 wurde jedenfalls eine wichtige Hürde genommen, der erste geklonte, das heißt erbgleiche menschliche Embryo wurde der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die mit diesem Thema verbundenen Gedankenspiele und Absichten sind vielfältig. Das therapeutische Klonen und der mit seiner Hilfe ersehnte Sieg über bisher unheilbare Krankheiten ist eine der vorherrschenden Visionen. Das reproduktive Klonen wird (noch) weitgehend als Tabu betrachtet und ist in einigen Ländern ausdrücklich verboten. Aber gerade hier erleben wir eine seltsame Mixtur aus Hoffnungen und Phantasien, aus Naivität und Irrationalität: »Wenn es mich doch noch einmal gäbe!«, lautet ein Hirngespinst. »Wenn ich mich doch irgendwie über den physischen Tod hinaus retten, die Fortsetzung meines Lebens garantieren und meine Identität auf Dauer bewahren könnte!«, ein anderes. »Wenn wir unser so früh verstorbenes Kind wieder haben könnten!«, hoffen vielleicht Eltern in ihrem Schmerz über einen tragischen Verlust. Phantasien kümmern sich nicht um die Realität, und in manchen Wunschträumen werden schon potenzielle Konsumenten, Arbeitskräfte oder Soldaten nach Bedarf geklont.

Natürlich werden auch Befürchtungen laut, denn die Gefahr des Missbrauches dieses neuen Verfahrens für ethisch nicht zu rechtfertigende Zwecke liegt auf der Hand. Die Würde des Menschen scheint in Gefahr, er selbst oder Teile von ihm drohen zu bloßen Wirtschaftsgütern oder bislang unerschlossenen Einkommensquellen zu verkommen. Schlimmer noch, religiös orientierte Menschen sehen die alleinige Schöpfungskompetenz Gottes ausgehebelt.

Die entbrannte Debatte mit ihren ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten und Perspektiven ist noch lange nicht entschieden. In ihr spielt die spirituelle Dimension durchaus eine Rolle, aber gerade die buddhistische Sicht ist kaum formuliert. Ich kann an dieser Stelle nicht den Stand der Auseinandersetzung zusammenfassen, sondern möchte nur einen Zwischenruf machen, der auf den Wesenskern des Klonens und das Verhältnis von Körper und Geist zielt.

Drei statt zwei

Ein Grundirrtum des »modernen« Menschen ist seine Körperfixiertheit und Materiegläubigkeit. Die Naturwissenschaft behauptet traditionell, dass das menschliche Bewusstsein von physischen Faktoren abhängig ist. Ohne Gehirn kein Gedanke, kein Gefühl und kein Wille, könnte man diesen Standpunkt formulieren. Unsere Erlebnisfähigkeit und letztlich unsere Persönlichkeit wird zum Nebenprodukt von biologisch-chemischen Gegebenheiten.

Etwas plastischer: Am 7.5.2005 wird Anette B. geboren. Sie ist 54 cm groß und wiegt 3.650 Gramm. Ihre Eltern erinnern sich gut an den Kurzurlaub im August letzten Jahres, da muss »es passiert« sein. Das nämlich, was wir etwas weniger romantisch ausgedrückt »Zeugung« nennen. Das weibliche Ei und das Spermium des Mannes finden zueinander und verschmelzen. Die Zellteilung setzt ein, ein kleiner Zellhaufen differenziert sich in Windeseile und nimmt menschliche Gestalt an. Der Embryo wächst heran, und nach rund neun Monaten können wir einen neuen Erdenbürger in unserer Mitte begrüßen.

Dieses Grundverständnis entspricht dem Wissensstandard unserer »aufgeklärten« Zeit. Weil zwei mit bestimmten Erbinformationen ausgestattete Zellen zueinander finden, bildet sich ein neuer Organismus. Mehr noch, aus dieser Verbindung von winzigen »materiellen Bausteinen« entsteht Bewusstsein, entsteht eine lebendige Person. Vor dem Urlaub der Eltern Brigitte und Jonas B. im August 2004 gab es Annette nicht. Jetzt ist sie da, doch ihre eigentliche Herkunft bleibt irgendwie ein Rätsel oder ist ein Wunder. Zwei Materieklümpchen formen ein Wesen mit Sinn und Verstand, Gefühlen und Absichten.

Ein etwas aus der Mode gekommenes Wort führt auf eine richtigere Spur: »Empfängnis«. Anette B. wurde gar nicht gezeugt, sondern empfangen. Sie war schon da, wenngleich für uns nicht sichtbar.

Tatsächlich spricht der Buddha immer von drei beteiligten Personen, wenn von der Geburt eines Kindes die Rede ist: von der Mutter, dem Vater und einem »jenseitigen« Wesen. Wenn die werdenden Eltern zusammen sind, die Frau ihre fruchtbaren Tage hat und das jenseitige Wesen bereit ist, dann besteht Aussicht auf ein künftiges freudiges Ereignis, sagt er. Das dann geborene Kind ist schon bei seiner angeblichen »Zeugung« eine existente Wesenheit, eine reale Person. Wohl ist sie unserer Sinneswahrnehmung nicht zugänglich, sie ist insofern transzendent, jenseits unserer Wahrnehmungsschwelle, aber sie ist bereits ein lebendes Wesen. Ein wichtiger Unterschied zu uns: Sie besitzt (noch) keinen grob-materiellen, fleischlichen Körper und ist deshalb für unsere Augen nicht sichtbar und für unsere Hände nicht greifbar. Aber dieses Wesen strebt gerade nach Wiederverkörperung, es hat den Drang, in unserer sinnlich-materiellen Erlebniswelt zu erscheinen und dort zu leben.

»Biologische« Gesetzmäßigkeiten sind damit nicht außer Kraft gesetzt, aber sie werden gewissermaßen auf den Kopf gestellt. Bei ihrer Geburt erfährt Anette B. also nicht den wundersamen Beginn ihrer Existenz. Sie erlebt lediglich eine neue Episode in ihrem Dasein, sie erlebt einen markanten Szenenwechsel.

Kein Zufall

Bald nach ihrer Geburt zeigen sich bestimmte körperliche und charakterliche Eigenschaften des Mädchens. Woher stammen sie?

Das Aussehen des heranwachsenden Körpers, seine Konstitution, seine Regenerationsfähigkeit usw. sind aus buddhistischer Perspektive von zwei Faktoren abhängig: von »äußeren« wie von »inneren«. Die üblicherweise unterstellte erbliche Mitgift seitens der Eltern (oder der Vorfahren) wollen wir zunächst nicht in Frage stellen. Deren Gen-Ausstattung und Veranlagungen sind durchaus bedeutsam. So hat Annette B. beispielsweise die schwarzen Haare ihrer Mutter und den schlanken Wuchs des Vaters. Wir können zudem auch die klimatischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Betracht ziehen, um abzuschätzen, wie sich das Kind in den kommenden Jahren entwickeln wird. Optimale äußere Lebensbedingungen wie gesunde Ernährung, sorgsame Pflege und gute medizinische Versorgung sind sicher ein Vorteil.

Aber viel wichtiger ist eine andere Tatsache, die jedoch im westlichen Weltbild keinen Platz hat. Anette B. beerbt noch jemanden. Vereinfacht ausgedrückt: Sie beerbt sich selbst. Ihre Charaktereigenschaften und Wesenszüge sind nicht von den Eltern übernommen oder mit der Muttermilch eingesogen. Ihre Aufgewecktheit, ihre schnelle Auffassungsgabe und Lebensfreude, aber auch ihre Ungeduld und den gelegentlich aufflammenden Jähzorn bringt sie mit.

Der Buddha formuliert es so: Wir alle sind die Erben unserer eigenen vergangenen Handlungen. Was wir früher gedacht, gesagt und getan haben, hat uns so geschaffen, wie wir heute sind, und die vorgefundene Lebenssituation dazu. Neigungen, Vorlieben, Ideale und Einstellungen sind nicht die sichtbare Seite einer besonderen Gen-Konstellation. Sie sind das Ergebnis entsprechender eigener vergangener Aktivitäten, im Guten wie im Schlechten. Das meint der Buddha mit Karma, dem gesetzmäßigen Zusammenhang von Tun und Erleben. Weil Anette bereits vor ihrer Geburt offen, interessiert und lebensbejahend war, hat sie heute wieder oder noch diese Eigenschaften. Weil sie sich früher leicht reizen ließ und daran gewöhnt war, ihrem Ärger von Zeit zu Zeit ungebremst Luft zu machen, spielt dieselbe Eigenschaft in ihrer neuen Familie wieder eine dominante Rolle.

Doch die karmischen Zusammenhänge reichen noch tiefer. Auch die Affinität des zur Wiedergeburt drängenden Wesens zu seinen künftigen Eltern und deren Eigenarten sowie zu den später vorgefundenen Lebensumständen ist nicht zufällig. Anette hat sich ihre Eltern gewissermaßen »ausgesucht«. Wahrscheinlich nicht wissentlich und willentlich, indem sie ihre Zukunft mit kühler Überlegung geplant hat. Eher so, wie es wieder sein wird, wenn sie sich das erste Mal verliebt. Da ist eine unwillkürliche innere Nähe und intuitives Angezogensein, eine spontane Vertrautheit und Verwandtschaft, die die Partner zusammenführt. Von dieser Warte aus sind auch das Aussehen und die körperliche Erscheinung eines Kindes kein Zufallsprodukt. Sie sind das Resultat geistig-seelischer Vorgänge.

Jede neu geborene Persönlichkeit ist so mehr oder weniger die alte Persönlichkeit, ähnlich wie wir nach dem Schlaf einer Nacht am darauffolgenden Morgen wieder an das Gestrige anknüpfen. Schauen wir genau hin, werden wir aber feststellen, dass wir heute nicht mehr dieselben sind wie gestern Abend, aber genauso wenig völlig andere, weder körperlich noch mental. Nur, dass uns diese Veränderungen nicht auffallen. Jeder neu geborene Mensch repräsentiert die Kontinuität eines Lebens- und Bewusstseinsstromes, der sich von Moment zu Moment graduell wandelt, aber mit »Geburt« und »Tod« einen deutlichen Einschnitt und Richtungswechsel erfährt.

Nicht nur einmal

Der menschliche Geist täuscht Anfänge vor, wo keine sind. Geburt steht für einen vermeintlichen Anfang, wo doch nur anfanglose Existenz ist. Nichts ist ohne Vorgeschichte, sagt der Buddha, der Erwachte. Kein Phänomen besteht ohne einen ganzen Komplex von Bedingungen. Eine erste Ursache für die Erscheinungen ist nicht auszumachen. So hat auch Anette B. eine lange vorgeburtliche Biografie, die eben nicht nur die neun Monate im Mutterleib beinhaltet. Ihr jetziges Leben ist nur eine erneute aktuelle kurze Episode eines geistig-körperlichen Prozesses, dessen Anfang nicht erkennbar ist und dessen Fortgang sie mit ihren Handlungen in diesem Leben bestimmt.

»Fortexistenz« ist daher für die buddhistische Tradition etwas Selbstverständliches. Der Daseinsprozess geht nach dem Tod weiter, der Lebenswille hält den Köper-Geist-Prozess in Gang – potenziell endlos, denn von alleine hört er nie auf, auch wenn der Fleischleib stirbt. Für die nachtodliche Existenz bedarf es nicht unbedingt eines grobstofflichen Leibes, wie wir schon gehört haben. Die physische Lebensgrundlage kann auch subtiler, sie kann feinstofflich sein. Buddhisten sprechen von »Wiedergeburt«, wenn ein Weiterleben irgendwann einmal erneut in »dieser« sinnlichen Welt der Menschen erfolgt. Und sie sprechen dann auch von »Reinkarnation«, weil es zum Wiederaufbau und zur Wieder-Inbesitznahme eines grob-stofflichen Körpers kommt.

Und warum weiß ich davon nichts? Müsste ich mich nicht erinnern können, wenn all das den Tatsachen entspricht? Mangelnde Erinnerung an ein »Vor meiner Geburt« ist aber nur ein Scheinargument dafür, dass mein Leben doch mit der Hochzeitsnacht meiner Eltern seinen Anfang genommen hat. Ich kann mich beispielsweise auch nicht an die kleinste Begebenheit in meinem ersten Lebensjahr erinnern und darf doch sicher sein, dass es ein solches gab. Tatsächlich ist der Vorgang der Wiederverkörperung in aller Regel kein bewusster und gezielter Akt, schon gar nicht für einen ungeübten und unachtsamen Geist.

Klonen

Wer die Grundzüge der Körper-Geist-Beziehung kennt, wird Klonen in einem anderen Licht sehen. Er kann es weder über- noch kann er es unterschätzen. »Körperdoubles« schaffen – wir lassen im Moment alle ethischen, juristischen und praktischen Probleme beiseite – heißt nicht charakterlich gleiche Wesen schaffen. In einem medizinischen Labor erbgleiche Organismen herbeizuzaubern, bedeutet nicht psychisch identische Menschen in die Welt zu setzen. Leben oder Bewusstsein lässt sich nicht in der Retorte fabrizieren oder multiplizieren.

Denkbar ist allerdings, dass wir über Klon-Kunstprodukte jenseitigen Wesen mit einer adäquaten karmischen Affinität eine Plattform anbieten, ihr Leben unter uns fortzusetzen. Ganz ähnlich wie ein Sexualakt eine – wenn auch als solche nicht verstandene – »Einladung« an reinkarnationswillige und reinkarnationsfähige Wesen ist, menschliche Gestalt anzunehmen. Geklonte Körper sind dann nicht mehr als biologisch-materielle Lebensbedingungen, die experimentell zur Verfügung gestellt werden. Doch müssen diese Körperangebote von geeigneten »Jenseitigen« angenommen werden, um »lebendig« zu werden. Sie müssen »Abnehmer« finden, die von ihrem Wesen und von ihrer »karmischen Vorgeschichte« her geeignet sind.

Eine grobe Analogie mag diesen Gedanken verdeutlichen: Ein Automobilunternehmen kann 1000 oder mehr baugleiche Fahrzeuge vom Band laufen lassen. Damit produzieren sie jedoch keineswegs zugleich die künftigen FahrerInnen. Geeignete Käufer müssen erst gefunden werden. Vielleicht gibt es ja Interessierte, die Sympathie für dieses Produkt haben. Wenn sie gerade noch das nötige Geld, einen Führerschein und die erforderliche Fahrtüchtigkeit haben, steht dem Handel nichts mehr im Weg. Aber dennoch: Auch wenn ein kleiner Flitzer oder ein bequemer Familienwagen bestimmte Fahrertypen anzieht, ihr Fahrverhalten bleibt ein durchaus individuelles und klar unterscheidbar. Es wurde bereits vorher und anderswo erworben und entsteht nicht mit Kauf des neuen Modells.

Klonen heißt nach all dem nicht, mit einem biologisch-technischen Verfahren etwas zu erzeugen oder auch nur auf direkte Weise zu manipulieren, was seiner Natur nach geistige Qualitäten besitzt und auf geistigen Ursachen beruht – nämlich Leben und Erleben. Schon gar nicht lassen sich selbst mit den modernsten Technologien existenzielle Probleme lösen, wie etwa leidvolle Zustände vermeiden oder freudvolle herbeiführen. Da passen die Ebenen nicht zusammen.

Andererseits möchte ich das Klonen auch nicht verharmlosen. Einmal als attraktives Betätigungsfeld entdeckt, wird es das Leben künftiger Generationen (mit-)prägen. Diese Entdeckung ist nicht mehr rückgängig zu machen, und das Interesse an ihr ist groß. Und wie bei anderen Beispielen zu verfolgen, wird die Motivation, die dem Klonen zugrunde liegt, darüber entscheiden, wie hoch sein Nutzen und wie schwerwiegend seine Nachteile sein werden. Wenn egozentrierte Wünsche und Unverständnis vorherrschen, wird Klonen ganz sicher der Anlass für zusätzliches Leiden werden.

Drei statt zwei

Der Buddha: »Wenn drei sich vereinigen, kommt eine Empfängnis zustande. Vereinigen sich Mutter und Vater, aber die Mutter hat nicht ihre Zeit und das zur Wiedergeburt kommende Wesen steht nicht bereit, so kommt keine Empfängnis zustande. Vereinigen sich Mutter und Vater, und die Mutter hat ihre Zeit, aber das zur Wiedergeburt kommende Wesen steht nicht bereit, so kommt keine Empfängnis zustande. Wenn aber Mutter und Vater sich vereinigen, die Mutter ihre Zeit hat und das zur Wiedergeburt kommende Wesen bereit steht, so kommt durch das Zusammentreffen dieser drei eine Empfängnis zustande.«

(Majjhima Nikaya 38 – Übersetzung in Anlehnung an K. Schmidt)

Bewusste Wiedergeburt

Der Buddha: »Vier Arten der Empfängnis gibt es: Da kommt einer unbewusst in den Schoß der Mutter herab, unbewusst bleibt er im Schoße der Mutter, unbewusst kehrt er aus dem Schoße der Mutter hervor; das ist die erste Art der Empfängnis. Da kommt einer bewusst in den Schoß der Mutter herab, unbewusst bleibt er im Schoße der Mutter, unbewusst kehrt er aus dem Schoße der Mutter hervor; das ist die zweite Art der Empfängnis. Da kommt einer bewusst in den Schoß der Mutter herab, bewusst bleibt er im Schoße der Mutter, unbewusst kehrt er aus dem Schoße der Mutter hervor; das ist die dritte Art der Empfängnis. Da kommt einer bewusst in den Schoß der Mutter herab, bewusst bleibt er im Schoße der Mutter, bewusst kehrt er aus dem Schoße der Mutter hervor; das ist die vierte Art der Empfängnis.«

(Digha Nikaya 33 – Übersetzung in Anlehnung an K. E. Neumann)

Erinnerung

Der Buddha: »Ich erinnerte mich an zahllose frühere Leben: an eine Geburt, an zwei Geburten, an drei, vier, fünf, zehn, an zwanzig Geburten, an dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, an tausend, an hunderttausend Geburten, an manche Perioden der Weltentfaltung, an manche Perioden der Weltzerstörung, an manche Perioden der Weltentfaltung und Weltzerstörung. Dort lebte ich, hatte jenen Namen, entstammte jener Familie, hatte jene Stellung, ernährte mich so und so, empfand solches Wohl und Wehe, erreichte ein solches Lebensalter. Von dort abgeschieden, erschien ich anderswo wieder. Hier hatte ich diesen Namen, entstammte dieser Familie, hatte diese Stellung, ernährte mich so und so, empfand solches Wohl und Wehe, erreichte ein solches Lebensalter.«

(Majjhima Nikaya 4 – Übersetzung: A.W.)